Bülent Yildirim: “Wir werden nicht nachgeben“

Vorsitzender der IHH Stiftung, Bülent Yildirim, veranstaltete eine Pressekonferenz mit den Aktivisten der Freiheitsflottille.

Bülent Yildirim: “Wir werden nicht nachgeben“

09.06.2010 - Bülent Yildirim: “Wir werden nicht nachgeben“

An der Pressekonferenz nahmen zahlreiche Journalisten und Autoren teil.

Auf die in den Medien veröffentlichten  Fotos der außer Gefecht gesetzten Soldaten, sagte Yildirim: „Ohne vorher zu warnen, haben sie uns in internationalen Gewässern angegriffen und haben unsere Freunde getötet.

Mit den Schüssen der Soldaten, die Sie auf diesen Fotos gesehen haben, wurden unsere Freunde verletzt. Trotzdem haben wir den Passagieren der Flotte befohlen, nachdem wir einige Soldaten außer Gefecht gesetzt hatten, diese zu beschützen und Verletzte unter ihnen medizinisch zu behandeln. Wir haben gesagt, dass wir sie freilassen werden und haben das auch getan, nachdem wir sie unverzüglich medizinisch behandelten.

Israelische Vertreter haben mich bei den Verhören damit bedroht, die Fotos der außer Gefecht gesetzten Soldaten als Propagandamittel in den Medien zu veröffentlichen. Ich habe ihnen geantwortet 'Falls Sie das machen, zerstören Sie selber das unbesiegbare Bild der israelischen Armee in den Köpfen der Menschen.'

Jeder fragt sich was mit den israelischen Soldaten los ist. Es ist völlig normal, dass sie sich fürchten, denn schon während sie auf das Schiff herabgelassen wurden, haben sie angefangen auf uns zu schießen und sie wussten ganz genau, dass sie viele von uns getötet haben. Sie haben sich deshalb gefürchtet, weil sie geglaubt haben, wir wären genau so wie sie. Hätten wir einen israelischen Soldaten so behandelt wie sie uns, hätten sie uns nach der Festnahme auf die brutalste Art und Weise erschlagen.

Dem internationalen Recht zufolge hatten wir Recht auf Selbstverteidigung aber sogar das haben wir nicht ausgeübt. Es gibt noch weitere Fotos der verletzten Soldaten. Auf diesen kann man sehen, wie sie auf das untere Deck, zu den von israelischen Soldaten getöteten und verletzten Aktivisten gebracht und dort medizinisch behandelt werden. Als wir die behandelten Soldaten zurück zu ihren Freunden brachten, haben sie wieder auf unsere Freunde geschossen. Einer von uns wurde getroffen, die anderen konnten sich noch knapp retten.“

Soldaten zogen den Toten Plastiktüten über die Köpfe

Yildirim erzählte, dass israelische Soldaten die verletzten Aktivisten nackt ausgezogen haben und Wasser mit Hochdruck auf sie spritzten, um sie zu quälen. Er informierte, dass das Gerichtsprozess über diese Tat der israelischen Soldaten andauere und sagte: „Es wurden vier Tote auf das untere Deck gebracht über deren Köpfe schwarze Plastiktüten gezogen waren. Und warum? Entweder wurden sie erstickt oder man hat den Verletzten in den Kopf geschossen. Das wird sich alles im Obduktionsbericht herausstellen. Israelische Soldaten haben auf gefesselte Menschen geschossen und sie umgebracht.“


Yildirim bedankte sich bei den Medien, die seriöse und ehrliche Berichte über den Vorfall erstatteten und fügte hinzu, dass ein israelischer Zuständiger folgendes gesagt habe: „Nur Autoren und Journalisten, die wir unterstützen, stehen auf unserer Seite, sonst keiner.“

Außerdem ergänzte Yildirim, dass ihm die Namen dieser Personen genannt wurden und dass er sich mit ihnen in Kontakt setzen werde. „In den folgenden Tagen wird sich herausstellen, wer auf wessen Seite ist und wer die Ungerechtigkeit unterstützt. Wir müssen uns vor niemandem fürchten, denn wir haben keine gesetzwidrige Tat verübt. Wir haben neun unserer Freunde verloren. Jeder muss seine Grenzen kennen. Glaubt nicht, dass unser Schweigen aus Furcht ist. Nein. Wir sorgen nur dafür, dass unser Volk mit dem gesunden Menschenverstand agiert.“ so Yildirim.

Zudem bedankte sich Yildirim auch bei der türkischen Regierung und sagte, dass sie eigentlich in Israel geblieben wären, um die Sache dort bis auf die höchste juristische Instanz zu tragen, aber von der festen Entschlossenheit der Regierung ermutigt in die Türkei zurückgekommen sind.

Rechtskampf

„Israel darf nicht glauben, dass er der Sache so einfach entkommen kann. Wir werden auf internationaler Ebene für unsere Rechte kämpfen. Ein israelischer Zuständiger hat zu unserem Freund folgendes gesagt: ‚Wir haben viele Menschen in der Türkei getötet. Euch werden wir auch töten.‘ Zudem haben sie den DNA-Test von mir gemacht. Warum? Um herauszukriegen auf welche Gifte mein Körper am meisten reagiert. Sie haben uns bedroht, aber wir haben nichts zu fürchten. Wir wissen ganz genau, dass alle Völker der Welt auf unserer Seite stehen. In Amerika haben uns einige als Terrorrist erklärt. Was für ein Unsinn. Wir haben die israelischen Soldaten beschützt. Wir mussten sie nur außer Gefecht setzen, weil sie unsere Freunde getötet haben und uns auch hätten töten können.

Wir werden auch unser Recht auf Anklageerhebung in Israel nutzen. Wir haben keine Angst nach Israel zu gehen. Wir werden bald ein Visum beantragen und nach Israel gehen, um dieses Kabinett anzuklagen. In Europa und Amerika werden wir ebenfalls das gleiche machen. Wir werden gegen diejenigen eine Anklage erheben, die uns als Terrorist deklarieren. Wir haben uns für die Menschheit auf den Weg gemacht und haben deshalb nichts zu fürchten. Bald werden das alle sehen.“ so Yildirim.

Yildirim informierte die Teilnehmer über eine Pressekonferenz, die er mit einem jüdischen, einem christlichen und einem muslimischen Anwalt veranstalten wird und fügte hinzu, dass diese die Prozesse in Europa verfolgen werden.


Aktivisten konnten ihre Tränen nicht zurückhalten

Die Aktivistin Gaye Somuncu, die sich auf Mavi Marmara befand, sagte, dass sie für Menschlichkeit und Gerechtigkeit auf dem Freiheitsschiff war.

Somuncu berichtete, dass israelische Soldaten die verletzten Passagiere unmenschlich behandelt und den Gefangenen stundenlang kein Wasser gegeben haben. Sie betonte, dass die Passagiere auf dem Schiff freiwillige Aktivisten waren und dass es keine Provokationen gegeben hat.

„Was wir zwei Tage lang erlebt haben, erleben die Palästinenser jeden Tag.“ so Somuncu.  

Der griechische Aktivist Dimitris Plionis sagte, dass sie mit einem Verhinderungsversuch Israels gerechnet haben, aber niemals auf die Idee gekommen wären, blutig angegriffen zu werden.

Plionis ergänzte, dass er auf dem Schiff viele gute Freunde verschiedener Herkunft gefunden habe und drückte tief berührt sein Beileid für die neun Toten aus.

„Israelische Soldaten befanden sich dort, um zu töten. Das, was sie angerichtet haben war ein Blutbad. Niemand auf der Welt kann so etwas akzeptieren.“ so Plionis.

Ehemaliger israelischer Staatsbürger und Aktivist Dror Feiler sagte: „Israelische Medien erzählen nicht die Wahrheit. Wir sind diejenigen, die angegriffen, geschlagen und entführt wurden, dennoch versuchen sie uns als schuldig darzustellen.“

Feiler berichtete, dass der größte Feind des israelischen Volks die israelische Regierung selber ist und aufgrund ihrer fehlerhaften Politik alle Juden auf der Welt in eine schwierige Situation gebracht werden.



İHH İnsani Yardım Vakfı Bakanlar Kurulu kararıyla kamu yararına çalışan ve izin almadan yardım toplayabilen bir vakıftır.