Mavi Marmara im Hafen von Iskenderun
Die 3 Hilfsschiffe mit Hilfsgütern auf dem Weg ins abgeriegelte Gaza, die am 31. Mai in internationalen Gewässern von israelischen Sonderkommandos angegriffen und beschlagnahmt wurden, sind nach 68 Tagen wieder in der Türkei.
Das Schiff ‚Defne-Y‘ erreichte vergangene Nacht den Hafen von Iskenderun. Diesem folgten ‚Mavi Marmara‘, deren 9 Passagiere bei der gewaltsamen Erstürmung getötet wurden und als letztes das Schiff ‚Gaza‘. Gezogen von Schleppern wurden die Hilfsschiffe in die Türkei gebracht. Die Kugelspuren im Kapitänsraum der Mavi Marmara erinnerten an den gewaltsamen Angriff.
Die Untersuchungen der Schiffe seitens der Staatsanwaltschaft, Versicherungsfirmen und des EU-Ausschusses werden morgen gestartet. Das türkische Schiff ‚Gaza‘ erreichte den Hafen von Iskenderun gezogen von dem Schlepper ‚Söndüren 7‘ nach ‚Mavi Marmara‘. Der Generalstaatsanwalt von Iskenderun, Mustafa Özcan, befand sich für die Untersuchung der Schiffe im Hafen. Außer den Untersuchungsbeauftragten durfte niemand die Schiffe betreten. Die Beauftragten informierten, dass Untersuchungen seitens der Staatsanwaltschaft, der Versicherungsfirmen und des EU-Ausschusses zustande kommen werden.
Israels Piraterie
Stellvertretender Vorsitzender der Stiftung für Freiheit und Menschenrechte (IHH), Hüseyin Oruc, bezeichnete den Akt Israels vom 31. Mai als ‚Piraterie‘. Oruc erinnerte noch einmal daran, dass die Schiffe ausschließlich mit Hilfsgütern beladen waren und erklärte, dass sie 5 Forderungen an Israel haben. ‚Israel soll sich für sein Verbrechen entschuldigen, den Familienangehörigen der Verletzten und Toten soll eine Entschädigung gezahlt werden, die Untersuchung des Geschehens soll von einer EU-Kommission übernommen werden, die unmenschliche Abriegelung von Gaza soll beendet werden und alle beschlagnahmten Schiffe sollen wieder freigelassen werden. Zudem hoffen wir, dass für die Untersuchung zuständige EU-Kommission der Welt nur die Wahrheiten erzählen wird.‘ so Oruc.
Der Außenminister Ahmet Davutoglu veranstaltete in Bodrum eine Versammlung mit dem ehemaligen Staatssekretär im Außenministerium, Özdem Sanberk, der in der 4-köpfigen EU-Kommission, die Türkei vertreten wird. Der Leiter der Untersuchungskommission ist Geoffrey Palmer, ehemaliger Premierminister Neuseelands. Zudem befinden sich in der Kommission neben Özdem Sanberk der ehemalige Präsident Kolumbiens, Alvaro Uribe, und ein israelischer Zuständiger. Das erste Gutachten der Untersuchungsarbeiten wird am 15. September beendet sein.
Spuren des Terrors
Ein Hafenmitarbeiter, der sich zur Verankerung des Schiffes auf Mavi Marmara befand, berichtete, dass die Spuren des israelischen Terrors noch zu erblicken sind. Seinen Angaben zufolge befinden sich auf dem Schiff haufenweise Kleidung, darunter auch blutige und alle Geräte im Kapitänsraum sind zerstört worden. ‚Sie haben alle Schubladen und Schränke ausgeräumt. Aufgrund der verfaulten Lebensmittel gibt es einen unangenehmen Geruch auf dem Schiff. Sogar der vor dem blutigen Angriff aufgebrühte Tee der Passagiere steht noch da.‘ so der Hafenmitarbeitet.










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