Ein Mann für „jeden Job“
Zuletzt füllte er das Teilnahmeformular für die Flotte aus und beantwortete die Frage nach den ausführbaren Tätigkeitsbereichen mit den Worten „ Für jeden Job bereit“. Er brach auf, im Namen der Menschlichkeit jeden Job auszuüben.
Cevdet Kiliclar, ein Funktionär der humanitären Hilfe. Er arbeitete in dem Presse-Raum des Schiffes Mavi Marmara, welches mit der Flotte zur Durchbrechung der Gaza Blockade und dem Transport von Hilfsgütern in den Gaza Streifen auf dem Weg war. Israelische Schüsse auf den Konvoi haben ihm das Leben genommen.
Geboren wurde Cevdet Kiliclar 1972 in Kayseri. Er studierte an der Marmara Universität Kommunikation und lernte während des Studiums seine zukünftige Ehefrau Derya Kiliclar kennen, mit der er gemeinsam zwei Kinder, Gülhan (15) und Erdem (13), hatte. Nach seinem Studium arbeitete Kiliclar als Journalist. Um seinen Masterstudium abzuschließen, lebte er einige Zeit in Deutschland und kehrte dann wieder nach Istanbul zurück. Kiliclar war in dieser Zeit bei der türkischen Tageszeitung Vakit angestellt.
Seit 2008 war Cevdet Kiliclar in der Hilfsorganisation IHH tätig und verreiste im Rahmen von Projekten in unterschiedliche Länder und Regionen der Welt, die er uns durch seine Fotos näher brachte. Dem Konvoi nach Gaza hat er 2009 wegen großer Arbeitsbelastung nicht beitreten können. Mit großer Freude nahm Kiliclar an der Flotte mit Hilfsgütern für den Gaza Streifen teil. Zuletzt füllte er das Teilnahmeformular für die Flotte aus und beantwortete die Frage nach den ausführbaren Tätigkeitsbereichen mit den Worten „ Für jeden Job bereit“. Er brach auf, im Namen der Menschlichkeit jeden Job auszuüben.
Am Montag, den 31 Mai 2010, attackierten israelische Militärkräfte am frühen Morgen das Hilfsgüterschiff Mavi Marmara und Cevdet Kiliclar wurde beim Fotografieren erschossen. Seine Genossen berichten davon, dass er sich auf dem oberen Deck im Einsatz befand. Er fotografierte den Angriff israelischer Soldaten, als man ihm auf die Stirn schoss. Der griechische Mitfahrer des Schiffes Dimitris Pilonis sagt: „ Trotz elektronischer Attacken hat Mavi Marmara es geschafft, durch den perfekten Gebrauch neuester Techniken eines türkischen Passagiers, bis zu einer halben Stunde nach dem Angriff Bilder an die Medien zu senden“. Kiliclar versuchte bis zu seinem letzten Atem den rechtlosen israelischen Angriff der Weltöffentlichkeit zu zeigen.
Die 9 Leichen aus dem Schiff Mavi Marmara wurden im gerichtsmedizinischen Institut einer Autopsie unterzogen, wobei jedoch einer der 30 Kugeln nicht definiert werden konnte. Diese unbekannte Art der Kugel wurde auf die Stirn von Cevdet Kiliclar geschossen und befand sich in seiner Schädel. Es wurde festgestellt, dass diese Kugel mit der so genannten „Shotgun“ abgeschossen wurde, einem Gewähr zum Aufbrechen von Türen. In der Literatur wird diese Kugel „Bean Bag“, d.h. Bohnensack, genannt. Vor allem die amerikanische und israelische Polizei setzen diese bei Masseneinsätzen ein. Bei einem Schuss im Körper hält die Zerstörung in Inneren mehrere Wochen an. Wenn der Bean Bag den Schädel trifft, hat er tödliche Folgen!






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